Mobile Media – der neue Informationsjournalismus

14.04.2011

Über die Devise „online first“, die Gewohnheiten der iPad-Leser und die mobile Zukunft des Informationsjournalismus

 

Seit der Etablierung des Internets in den Neunziger Jahren prognostizieren fachkundige Geister, dass die traditionellen Medien auf dem Rückzug sind. Mittlerweile belegen Studien, dass selbst in Krisen und Katastrophenzeiten Fernsehen und Printmedien als Leitmedium abgelöst werden.

 

Online first – man informiert sich im Netz

„Online first“ ist die Devise, die sich bei allen etablierten Medienhäusern durchgesetzt hat. Das zeigte sich zuletzt bei der Katastrophe in Japan. Kein Medienhaus hielt aktuelle Informationen für die Printausgabe zurück. Was an Neuigkeit herein kam, war im Netz zu lesen. Damit entsprachen die  Verlage den Informationsgewohnheiten ihrer Nutzer. Denn längst haben Smartphones den Tageszeitungen den Rang im Informationsgeschäft abgelaufen. Das dokumentiert auch der Zuwachs an Abrufzahlen bei den Newsportalen. Frank Patalong prognostiziert in seinem Artikel auf spiegel.de über 20% Zuwachs in den nächsten Monaten. Das Fernsehen ist lediglich bei der älteren Zielgruppe das Informationsmedium. Während die werberelevante Zielgruppe der 14-49-Jährigen sich im Netz informiert und das Fernsehen als Unterhaltungsmedium betrachtet.

Womit die Printausgaben bei den Nutzern punkten sind Hintergrundberichterstattungen. So erklärt sich auch der größere Absatz von Politikmagazinen während brisanter Informationslagen wie zuletzt bei Fukushima.

 

Was heißt das?

Lange Zeit behinderte die fehlende Mobilität die endgültige Durchsetzung der digitalen Medien. Smart- und iPhone bereiteten den Weg. Hatte das iPhone noch einen eher kleinen Bildschirm und taugt vor allem für das Wahrnehmen von knappen Informationseinheiten, so ist spätestens mit dem iPad der letzte mobile Leser überzeugt, dass auch intensive Lektüre unterwegs möglich und angenehm ist. Stichwort: Handlichkeit. 26% der Befragten geben Handlichkeit und Mobilität als ausschlaggebend für ihre Kaufentscheidung zum iPad an.

Die gleiche Studie von Tomorow-Focus-Media zeigt auch, dass das iPad genau in den Zeiten zum Lesen genutzt wird, in denen sonst die Tageszeitungen ihre Stunde hatten: morgens beim Frühstück und abends auf dem Sofa. Selbst das Badezimmer – bis vor kurzem ein Ort der Offlinemedien, egal ob Buch, Zeitung oder Zeitschrift, erobert das iPad. Nachrichten lesen wie früher nur eben auf dem Reader am Frühstückstisch, in der Bahn oder aber auf der Toilette.

 

Die Zukunft des Informationsjournalismus ist mobil

In jedem Fall können Geräte wie Apples iPad das Papier mittlerweile in fast jeder Hinsicht übertreffen und ersetzen. Mobile Endgeräte sind die mediale Zukunft. Hier findet der Informationsjournalismus sein neues Zuhause. Dient das iPad z.T. auch der ausgiebigeren Lektüre, so ist das iPhone vor allem Informationslieferant.  Die neuen digitalen Formate können eine informative Tiefe und Aktualität erreichen, die die von herkömmlichen Medien übertrifft. Noch bis vor wenigen Jahren als große Gefahr à la online vs. offline gesehen, liegt heute eine große Chance in der Erschließung des digitalen bzw. insbesondere des mobilen Medienmarktes: die Rückkehr zu Relevanz und großer Aktualität

 

Mehr über die Herausforderungen der Verlage angesichts des neuen Informationsverständnisses vieler Leser in Mobile Media Part II

 

 

Quellen:

Studie Tomorrow Focus Media


 

 

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